Nachruf Ghandi

Für Gandhi, Ulrich Hennigs, geboren am 12.8.47, gestorben am 7.9.10

Von Christiane und Guido Peltzer

GandhiIch möchte Sie zu einem Totenfest, einem Pomp Fuenebre, einladen.
Krishnamurti, mit dem Gandhiji wohl seine tiefste Transformation erfahren hat sagt:
„Der Tod, den die Meditation mit sich bringt, ist die Unsterblichkeit des Neuen.“ (Krishnamurti)
Gandhi beginnt sein Buch Paratrishika mit folgenden Sätzen:
„Mein größtes Interesse gilt dem Bewusstsein. Ich bin ergriffen von dem, was ich als Bewusstsein erlebe, das Wunder, dass all dies (diese erlebte Welt) im Bewusstsein erscheint, so als würde diese Welt selbst aus Bewusstsein bestehen.“(Ulrich Hennigs)
Ja fürwahr, könnte es sein, dass all dies Bewusstsein ist und Gandhi, der dieses Bewusstsein ist, in dieses Bewusstsein eingegangen ist? Wenn ein großer Meister mit einer tiefen Realisation geht, ist dies immer eine Pforte zu dieser tiefen Erkenntnis, für die der Meister gestanden hat und die er realisiert hat. Gehen Sie mit einem Gedanken an Gandhi in ihre Meditation und lassen Sie sich von dieser Unermesslichkeit, der Offenheit des Bewusstseins betreffen.
Im Paratrishika beschreibt Gandhi verschiedene Pforten zum Eintritt in eine tiefe Sicht des Bewusstseins, in der die Wirklichkeit durchscheinend wird:
„Wo etwas durchscheint, durch das, was erscheint.“(Pir Inayat Vilayat Khan)
An der Stelle, wo Bewusstsein als Offenheit erlebt wird, wo Offenheit Offenheit berührt, verschmelzen die Welten zu einem Geschmack. Ja er war ein großer Tantriker – lassen Sie uns dies schmecken, denn:
„Alles Erscheinende ist offene Weite,
Glückseligkeit und äußerste Freiheit.“ (Shabkar)
„- leer, leuchtend, allumfassend, weit wie das All.
Bist du in diesem Zustand der unendlichen Weite,
entspanne dich in seine offene Dimension hinein, bleib in dieser Offenheit,
verschmilz mit diesem Zustand,
so wirst du ganz natürlich mehr und mehr loslassen –
wunderbar!
Wenn du diese Methode meisterst,
Geist und Sicht zu integrieren,
wird deine Verwirklichung immer umfassender werden,
und gleich der Sonne, die ungehindert ins All strahlt,
wird dein Mitgefühl auf alle Wesen scheinen.“ (Dilgo Khyentse Rinpoche)
Gandhi sagt:
„Maximal geht es um das Entdecken dieser bereits immer bestehenden Ganzheit, ja mehr noch, sie nicht zu verhindern. Die Ganzheit zuzulassen ist uns ja so schwer! …
Vertrauen in die ‚Stimmigkeit‘ des Ganzen, also auch Vertrauen in die Unwägbarkeiten des Lebens, ist die Stärkung, die wünschenswert ist. Schließlich sind wir es, die diese Welt hervorbringen, und zwar in der Form, in der wir sie erleben. Warum also Angst vor uns selber haben und glauben, wir seien entweder nicht gut genug oder zu gut für diese Welt?“ (Ulrich Hennigs)
Lassen Sie uns Indien danken – Bharat India, für die Anwesenheit dieses bedeutenden Menschen, der in Deutschland geboren wurde und hier gestorben ist, aber letztlich ein Inder war. Er sagte, Indien ist innen, Indien ist ein Zustand.
Und er beschließt das Paratrishika mit einem Zitat von Nisargadatta Maharaj:
„“ Euer Wesen ist bereits vollkommen“ …: lasst es uns bemerken und begreifen. Halten wir innerlich still und gewahren.“ (Ulrich Hennigs)
DANKE